Nachhaltig leben & DIY

DIY mit kindwaldundwiese: Pilze aus Eichelhütchen basteln

Von Lena Seebeck
Mädchen schaut kleine Pilze an

Der Herbst hat ein ganz eigenes Licht. Wenn die Sonne tief durch die Bäume scheint und das Laub unter den Stiefeln raschelt, zieht es viele von uns in den Wald. Zu dieser Jahreszeit treffen wir auch Pilze an, oder können ganz einfach eine kleine Pilzgruppe im Wald wachsen lassen.

Diese Bastelidee von Gabrielle von kindwaldundwiese ist ein kleines Kreativabenteuer für einen ganz normalen Waldspaziergang. Und wir brauchen weder Klebstoff noch Schnur. Alles, was wir dafür nutzen, finden wir im Wald.

Ein Abenteuer für kleine und grosse Waldentdecker

Das Tolle an diesem Projekt: Es funktioniert ohne grosse Vorbereitung. Die Idee eignet sich wunderbar für Kinder ab etwa drei bis vier Jahren, begeistert aber auch noch die Grösseren. Ob die Pilze am Ende kerzengerade stehen, ein bisschen schief geraten sind oder einen krummen Hut tragen, spielt überhaupt keine Rolle. Genau diese kleinen Unperfektheiten machen die Pilzgruppe lebendig.

Kind beobachtet Pilze im Moos

Was ihr braucht

Für eure Waldpilze braucht ihr nur wenig Material und ein kleines Werkzeug:

  • Eichelhütchen in unterschiedlichen Grössen und Formen (vielleicht findet ihr sogar Hütchen von verschiedenen Eichenarten wie der Roteiche oder Stieleiche)
  • Kleine Ästchen und Zweige, gerne auch krumm oder leicht verzweigt
  • Etwas feuchte, lehmige Erde
  • Einen morschen Baumstamm oder Baumstumpf mit ausreichend festem Totholz – am besten schön bemoost
  • Einen kleinen Hand- oder Kastanienbohrer

So wird’s gemacht: Pilz für Pilz entsteht ein kleines Kunstwerk

1. Auf Entdeckungstour gehen

Sammelt auf eurem Spaziergang ganz unterschiedliche Eichelhütchen und kleine Zweige. Je krummer und vielseitiger die Ästchen sind, desto natürlicher sieht eure Pilzgruppe später aus.

Zwei Hände voller Eichenhütchen

2. Löcher ins Totholz bohren

Sucht euch einen morschen, am Boden liegenden Baumstamm oder einen alten Baumstumpf. Mit dem Handbohrer bohrt ihr vorsichtig ein paar Löcher nebeneinander hinein. Ganz wichtig dabei: Wir bohren ausschliesslich in Totholz und niemals in lebende Bäume! Der Stamm sollte fest liegen und nicht wegrollen können.

Ein Junge bohrt ein Loch in Totholz

3. Die Pilzstiele einsetzen

Steckt nun eure gesammelten Ästchen in die gebohrten Löcher. Wenn ihr die Zweige unterschiedlich lang zuschneidet oder abbrecht, wachsen eure Pilze auf ganz verschiedenen Höhen.

Kind hält gesammelte Ästchen

4. Die Pilzhüte gestalten

Füllt etwas feuchte, lehmige Erde in die Eichelhütchen und drückt sie vorsichtig auf die oben hervorstehenden Ästchen. Der Lehm klebt wunderbar und hält den Hut auf dem Stiel fest. Falls die Erde vor Ort zu trocken ist, hilft ein kleiner Tropfen Wasser aus der Trinkflasche.

Pilzhüte mit Lehm

5. Eine kleine Pilzlandschaft wachsen lassen

Jetzt könnt ihr nach Lust und Laune tüfteln. Vielleicht stehen zwei Pilze ganz nah beieinander, während einer ein Stückchen abseits wächst? Ein bisschen Moos drumherum rundet euer kleines Waldkunstwerk ab.

Gebastelte Pilze im Moos

Platz für eigenes Ausprobieren

Beim Basteln draussen geht es nie darum, dass am Ende alles perfekt aussieht. Viel wichtiger ist der Weg dorthin. Kinder dürfen ausprobieren, tüfteln und eigene Lösungen finden. Was macht man, wenn das Eichelhütchen wackelt? Oder das Loch im Holz ein bisschen zu gross geraten ist? Dann wird gemeinsam überlegt, etwas Erde nachgestopft oder ein dickeres Stöckchen gesucht.

„Ich finde es schön, wenn Kinder dabei möglichst viel selbst machen dürfen“, erzählt Gabrielle. „Gerade das Bohren, Auswählen und Zusammenfügen gibt ihnen das Gefühl, etwas ganz Eigenes geschaffen zu haben.“ Und manchmal bringt so ein kleiner Funke Kreativität noch viel mehr ins Rollen: Gabrielles Jüngster war nach dem Basteln noch stundenlang mit dem Lehm beschäftigt und hat sich kurzerhand einen eigenen kleinen Sitzplatz gebaut.

Ein Junge erkundet den Waldboden

Mehr als nur ein Bastelprojekt

Ganz nebenbei schult das Arbeiten mit den Schätzen der Natur die Feinmotorik und Koordination. Aber noch viel wertvoller ist der achtsame Blick auf unsere Umwelt: Wer wohnt eigentlich in diesem morschen Baumstamm? Was braucht das Moos zum Leben? Wir schauen genauer hin, stellen Fragen und lernen die Natur zu verstehen. Gabrielle und ihre Kinder bekamen bei ihrer Bastelei im Wald sogar überraschend Besuch von einem echten Feuersalamander!

Das Schönste an diesem Projekt kommt ganz zum Schluss: Eure Pilze bleiben einfach genau dort stehen, wo sie entstanden sind. Und wenn dann ein paar Tage später eine andere Familie durch den Wald spaziert, bleibt vielleicht ein kleines Kind vor eurem Baumstamm stehen, traut seinen Augen kaum und freut sich über die kleinen Pilzchen.

Also: Schnappt euch bei eurem nächsten Waldausflug einen Handbohrer, haltet die Augen nach Eichelhütchen offen und lasst eure eigene kleine Pilzlandschaft entstehen.

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