Camping & Reisen

Das Leben auf einer kleinen Insel Dänemarks

Familienleben auf einer Dänischen Insel

Ein Interview mit einer Familie aus Deutschland, die aktuell – auf Probe – auf einer kleinen Insel Dänemarks lebt. So viel wusste ich zum Zeitpunkt, als Moritz und ich Tag und Uhrzeit für unser Gespräch festlegten. Mit jedem Fundstück zur Geschichte dieser Familie wuchs die Neugierde und Vorfreude darauf, mit ihnen sprechen zu dürfen. Ein ganzer Fragenkatalog war entstanden. Doch so viel kann ich an dieser Stelle schon verraten. Diesen hat es nicht gebraucht, denn Mama Janne und Papa Moritz erzählten mir so voller Glück aus ihrem Leben, dem Leben mit ihren beiden Töchtern – 7 und 4 Jahre alt. Es waren zwei Stunden, die mich unglaublich inspiriert haben und ich glaube fest daran, dass es anderen auch so geht, wenn sie von dieser Geschichte hören.

Wir steigen ziemlich tief ein, denn Janne startet mit den Worten: “Die Mama, die man sein will. Die Familie, die Eltern. Das Leben, das man leben will, ohne nur zu funktionieren und im Hamsterrad zu sein. Der Versuch, daraus auszubrechen – das war der Startpunkt für uns zu sagen, wir müssen jetzt irgendetwas verändern.”

“Der Akku wurde immer leerer”

Studiert, kennengelernt und gelebt haben sie viele Jahre in München – mitten im Stadtleben. Janne studierte Jura, Moritz Sportkommunikation. Er arbeitete unter anderem als Redaktionsleiter. Moritz sagt mir: “Wir waren schon beide ziemlich auf dem Karrierepfad. Das Konto war dann vielleicht voll, aber das Leben irgendwie leer.” Beide hätten sie 60 bis 70 Stunden die Woche gearbeitet. Er sagt: “Vor allem haben wir für andere funktioniert. Aber für mich, für uns, habe ich wenig bewegt. Das Leben drehte sich irgendwie gar nicht mehr um uns. Der Akku wurde immer leerer.”

Mein Eindruck ist, sie bringen auf den Punkt, was so viele Familien erleben und spüren. Ihre Konsequenz, ihr erster Schritt, raus aus diesem “Hamsterrad”, wie Janne es nannte, war der Umzug an den Chiemsee. Mitten in die Natur.

“Ich war so ausgebrannt”

Diese Entscheidung bedeutete für beide, ihren Job aufzugeben. Wie Moritz sagt: “Ohne Plan B.” Ihr Umfeld habe sie für verrückt erklärt und ihnen gesagt, das sei der absolute Wahnsinn. “Wir haben ihnen erklärt, dass es nicht der Wahnsinn ist, sondern das Leben.” Sie hätten einfach gespürt, dass sie etwas ändern müssen. “Ich war so ausgebrannt”, sagt er. Ich kann heraushören, dass Janne die treibende Kraft war. Sie selbst sagt, dass sie schon immer eher ein Freigeist gewesen sei, “der auch mal aus der Reihe tanzt”. Moritz fasst es eher romantisch zusammen und sagt zu Janne: “Du hattest schon immer so ein bewundernswertes Grundvertrauen.” Während er eher der Sicherheitsmensch gewesen sei, habe er von Janne, aber auch inspiriert durch Menschen, die sie auf ihren vielen Reisen in den Jahren zuvor getroffen hatten, dieses Denken immer mehr übernehmen können.

“Wir können nicht den ganzen Tag in einem Haus sein”

“Dann kam unsere erste Tochter – und dann Corona”, sagt Moritz und spult damit in meinem Kopf wie mit einer Fast Forward-Taste zurück in die Zeit der Pandemie. Eine Zeit, die weltweit ein Umdenken und Veränderung bedeutete. Spätestens das habe für sie endgültig dazu geführt, dass sie für sich und ihre Familie ein anderes Leben, ein anderes System hätten finden wollen.

Janne und Moritz mit ihren Töchtern auf der Insel

“Hinzu kam bei uns, dass unsere Tochter schon mit drei Jahren gesagt hat, dass sie nicht in die normale Schule gehen möchte”, erklärt mir Janne. Das Schulsystem in Deutschland würde ihre Lebensphilosophie vor Herausforderungen stellen. Beide Kinder seien in den Waldkindergarten gegangen. Aber leider gibt es eine solche naturnahe Lösung für das Schulsystem bisher nicht, schon gar nicht in Deutschland. Sie sagt zum einen über die Kinder, aber auch über sie als Eltern: “Wir können nicht den ganzen Tag in einem Haus sein.”

Nachdem sie vor etwa 2 Jahren schon mal für einige Monate das Leben in Portugal angetestet haben, leben sie im Moment auf einer kleinen Insel zwischen Dänemark und Schweden. Wie lange sie dort bleiben, das wird die Zukunft bringen. Schon als Kind sei sie mit ihren Eltern jeden Sommer für mehrere Wochen in Dänemark gewesen, erzählt Janne. Sie nennt es einen “Herzensort” und spricht sogar von der “grossen Liebe”.

“Ich liebe die Schule”

Was Moritz und Janne über ihr Leben auf der Insel erzählen, nimmt mich mit in eine Welt, die ich nur von Astrid Lindgren kenne. Mein Herz hüpft. 80% der Insel sind Naturschutzgebiet. Ihren Fisch kaufen sie direkt vom Kutter. Die Anwohner, von denen es nur wenige Hundert gibt, helfen sich gegenseitig. In der Schule gibt es insgesamt nur 17 Kinder, im Kindergarten fünf. Es wird gebastelt mit Naturmaterialien, einmal pro Woche ist Draussenschule. Den ganzen Tag in der Natur. Janne sagt: “Unsere Tochter kommt jeden Tag happy nach Hause und sagt sogar ‘Ich liebe die Schule’.” Das hätten sie sich so niemals erträumen lassen. Alles sei so integrativ. Auch sie als Erwachsene wurden offen und herzlich in der lokalen Gemeinschaft aufgenommen.

Mädchen auf dem Weg zur Schule

Ich möchte noch besser verstehen, wie das Leben/ihr Alltag an diesem, ihrem “Seelenort”, wie sie ihn nennen, aussieht. Janne erzählt, sie seien meistens nur mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn Moritz sich am Abend noch für ein paar Minuten den Wind um die Ohren wehen lassen und den Wellen lauschen wolle, könne er in nur drei Minuten am Strand sein. Oder vielmehr an einem der Strände, da sie immer die Wahl hätten, ob sie an den Nord-, Süd- oder Weststrand gingen.

Janne erklärt: “Wie man plötzlich merkt, was es mit einem macht, wenn man in so einer lauten und schnellen Welt ist und einfach ‘mit vibed’. Und dann lebt man hier und merkt, wie man ruhiger wird.” Es sei die pure “Entschleunigung”. Janne erwähnt, dass die Dänen es sich ja gerne “hyggelig” machen würden und das “Hygge” wirklich leben würden. Ich kannte den Begriff so noch nicht, obwohl ich als Kind mit meinen Eltern auch viele Jahre in Dänemark Urlaub gemacht habe. Ich lerne, es steht für Gemütlichkeit, es sich “gemütlich machen”. Es sich auch in den dunklen Jahreszeiten “hell machen”, erklärt Janne.

“Welche Beeren pflücke ich zuerst?”

Die Art und Weise, wie Moritz mir von dem morgendlichen Ritual des Feuermachens erzählt, gibt mir fast das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Er sagt: “Wenn es dann anfängt zu knistern und zu fauchen.” Ich kann es praktisch hören. Beide sagen, dass das Leben auf dieser Insel ihnen vor allem so viel Raum und Ruhe gebe, weil es “keine Ablenkung gibt.” Man müsse niemanden beeindrucken. Die Fragen des Tages seien schlicht: “In welchen Wald gehen wir heute?, An welchen Strand?, Auf den Nord- oder Südberg? oder Wollen wir erst Preiselbeeren suchen, im Sommer Brombeeren pflücken oder Pilze suchen?”

Mädchen sitzt im Schnee am Strand

Als ich nachfrage, wie viel Zeit sie im Alltag tatsächlich in der Natur verbringen können, gibt Janne zu, dass – trotz der traumhaften Umgebung – das aktuell frühe Eindunkeln am Abend und die Schulzeit sie challengen würden. Da komme die Draussenzeit dennoch manchmal zu kurz. Am Wochenende aber seien sie meist den ganzen Tag in der Natur unterwegs. Sie sagt: “Dann ist auch das Plätzchenbacken plötzlich egal, weil es draussen einfach schöner ist.”

Moritz fügt hinzu, dass sie oder vielmehr wir Erwachsenen so viel von der Art und Weise, wie Kinder die Natur erleben, lernen könnten. Er sagt: “Die Art, was oder wie man die Zeit Outdoor zu erleben hat, wird einem von außen ja irgendwie vorgegeben.” Er erwähnt die Vielzahl an Apps, Smartwatches, etc, die unsere Outdoorzeit nicht nur tracken, sondern auch mitbestimmen würden. Irgendwie ginge es doch immer auch um Performance. “Aber von den Kindern lernen wir, dass es jeden Tag ein weisses Blatt sein kann. Man geht raus und man sucht sich seinen Weg. Sie entscheiden selbst, ob sie sich jetzt eine halbe Stunde mit einem Moosfleckchen oder einem Baum mit Feenbart beschäftigen wollen oder ob sie einfach rennen, rennen, rennen.”

Kind kniet auf dem Inselboden und lacht

“Sie legen sich auch einfach hin und feiern die Natur”

Viele Erwachsene sähen die Natur ja vor allem als eine Infrastruktur, die sie benutzen, während wir von den Kindern wirklich Naturgenuss lernen könnten. Er sagt: “Kinder setzen sich einfach, wenn sie Lust darauf haben. Egal ob es Sand ist oder ob es geregnet hat. Sie legen sich einfach hin und feiern die Natur.” Unsereins überlege stattdessen erstmal, ob man eventuell dreckig werden könne. “Die Kinder machen es uns vor. Pack dich einfach hin und geniesse es”, sagt er.

Moritz erklärt, dass er vor allem auch aus diesem Grund davon überzeugt sei, in gute Ausrüstung zu investieren. Ohne dass ich konkret nach ihren Erlebnissen mit der Eule, ihren Erfahrungen mit namuk hätte fragen müssen, erzählt er: “Irgendwann haben wir dann in diese superleichte Neo Jacke investiert. Und das war wirklich die erste Jacke, die unsere Tochter eingefordert hat.” Obwohl “Kinder ja die härtesten Tester der Kleidung” seien, diese Jacke habe bisher alles überlebt. Moritz sagt, dass die Neo sein Leben als Vater so erleichtert habe, weil er keine Überzeugungsarbeit mehr habe leisten müssen. “Sie wollte die ‘Eulenjacke’ immer tragen.” Janne und Moritz sagen: “Man merkt einfach, dass die Kleidung wirklich für Kinder gemacht ist.” Auch das Design lassen sie dabei nicht unkommentiert. Moritz fasst es so zusammen: “Es sind edle, naturnahe, geile Farben.”

Mädchen spielen am Strand in namuk Jacken

Während der Vorbereitung auf dieses Interview, war mir aufgefallen, dass Janne auf ihrem Instaprofil von “Alltagsabenteuern” sprach und Moritz auf der Webseite seiner Agentur über sich selbst schreibt, dass er daran arbeite, “dass möglichst jeder Tag abenteuerlich ist”. Mich interessiert, was ihre Definition von Abenteuer ist. Janne antwortet, ohne lange überlegen zu müssen: “Ich glaube, bei mir ist es ‘Keine Routine’, ‘Neues entdecken’ und vor allem auch in den kleinen Dingen Abenteuer zu entdecken.” Aus ihrer Sicht brauche es keine grosse Reise dafür.

“Das ist es. Abenteuer ist Freiheit.”

Moritz antwortet: “Grundsätzlich ist ein Abenteuer für mich ein Unternehmen mit ungewissem Ausgang.” Er zitiert Benjamin Franklin und sagt: “Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.” Und Janne ergänzt: “Das ist es. Abenteuer ist Freiheit.”

Zum Abschluss versuche ich noch zu verstehen, was Nachhaltigkeit für sie als Familie bedeutet. Ob und wie sie diese leben. Ob die Kinder bereits ein Gefühl dafür haben.

Janne erzählt direkt von einer konkreten Situation, die sie in den letzten Tagen mit ihrer älteren Tochter erlebt hatte. Um etwas mehr Weihnachtsstimmung in das Haus einziehen zu lassen, habe sie einen weissen Stern in einem Onlineshop bestellt. Einen Stern, den man grundsätzlich auch selbst basteln könne. “Heute fragt mich unsere Tochter, wo der Stern herkomme und ob ich diesen selbst gebastelt hätte. Als ich ihr gesagt habe, dass er gekauft ist, sagt sie zu mir ‘Dann finde ich ihn nicht so schön.’” Im Anschluss habe sie dann sogar noch ergänzt, dass sie Selbstgemachtes viel schöner findet und es doch auch länger halten würde. “Ich glaube, wir versuchen Nachhaltigkeit auch in dem Sinne zu leben, dass es im Kopf bleibt”, sagt sie. Grundsätzlich würden sie sehr bewusst konsumieren. Und mit Blick auf Kleidung liege ihr Fokus ganz klar auf Second Hand.

“Warum habt ihr es nicht anders gemacht?”

Moritz sagt, dass er beispielsweise einem Unternehmen in punkto Nachhaltigkeit eigentlich nur dann wirklich vertraue, wenn er wisse, dass es auch in der DNA des/der CEO liege. “Dass man zukunftsorientiert denkt. Das ist für mich besonders wichtig. Unsere Kinder werden es so schlimm ausbaden müssen. Sie werden auf uns schauen und uns fragen ‘Warum habt ihr es nicht anders gemacht?’. Ich möchte vermeiden, dass meine Kinder auf mich zeigen und sagen, ‘Du wusstest es doch.’ ”

Ganz zum Schluss sagt er noch folgenden Satz: “Kinder hören doch nicht auf das, was du sagst. Sie schauen darauf, was du ihnen vorlebst.” Ich muss nicken. Auch wenn einen dieser Gedanke, diese grosse Verantwortung durchaus irgendwie einschüchtern kann, steht er doch vor allem für eine grosse Chance. Oder was sagt ihr?

Zwei Kinder rennen durch das hohe Gras auf der Insel

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